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THEMA: Tipps gegen Zwangsgedanken?

Tipps gegen Zwangsgedanken? 2 Jahre 7 Monate her #3884

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Hallo, ihr Lieben!
Zwangsgedanken - das ist etwas, mit dem ich mich noch sehr wenig beschäftigt habe. Ich habe zwar einige Klienten damals in der Arbeit gehabt, die verschiedene Zwänge hatten (z.B. Waschzwang), aber es waren keine dabei, die zwanghafte Ängste gehabt haben.
Ich bin mir daher nicht ganz sicher, ob Zwangsgedanken und -handlungen auch in unserem Forum vertreten sind, denn ich würde es gerne verstehen lernen!

Zwanghafte Gedanken fangen bei mir schon an, wenn ich immer noch Erinnerungen an die 7,5 Jahre Mobbing habe, die ich eigentlich schon "abgehakt" hatte. Es gibt immer wieder Situationen, wo man sich dann plötzlich erinnert, auch wenn man es gar nicht will!
Ich kann mich daher schon ein wenig "einfühlen", wenn ich von euch so manche Details erfahre. Kindliche Traumas sind meiner Meinung nach besonders intensiv. Dass man daher vieles zwangsmäßig erleben muss - nicht bewusst, aber auch nicht zu verhindern - kann ich mir ebenfalls sehr gut vorstellen.
Ich denke auch, dass manche Zwänge oft nur als "Tick" klassifiziert werden und daher vielleicht falsch behandelt werden können!

Es ist sicher nicht so einfach, die Tiefen des menschlichen Geistes zu ergründen. Gerade wenn es um Gefühle geht, versagen oftmals die klassischen Methoden.

Vielleicht ist es ein Zwang von mir, anderen Menschen helfen zu wollen.
Vielleicht auch, dass ich vieles nicht begreifen, aber umso mehr erfühlen kann.
Vielleicht ist es auch ein Zwang, zu glauben.

Doch diesen Zwang werde ich sicher nicht ablegen, denn der hilft mir, zu leben!

LG
Blacky
:-)EvB ;)
Ein Herz kann man nicht festhalten - doch man kann es BERÜHREN!
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Tipps gegen Zwangsgedanken? 2 Jahre 7 Monate her #3888

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Laut Aussage meines Sohnes,der an Zwangsgedanken erkrankt ist,ist es die Hölle,
vor allen Dingen,wenn man noch hochbegabt ist und dann versucht über Intelligenz
dies zu steuern.

Bei meiner autistischen Tochter mit Zwangsgedanken ist es tagtäglich eine Qual,
ein immerwährender Kampf.

Der Kampf gegen Gedanken,die man nicht steuern kann,egal wie man sich anstrengt.
Ver tu alma te busca a ti, sentir y sigue tu camino!
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Tipps gegen Zwangsgedanken? 2 Jahre 7 Monate her #3892

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Blacky77 schrieb:
Hallo, ihr Lieben!
Zwangsgedanken - das ist etwas, mit dem ich mich noch sehr wenig beschäftigt habe. Ich habe zwar einige Klienten damals in der Arbeit gehabt, die verschiedene Zwänge hatten (z.B. Waschzwang), aber es waren keine dabei, die zwanghafte Ängste gehabt haben.
Ich bin mir daher nicht ganz sicher, ob Zwangsgedanken und -handlungen auch in unserem Forum vertreten sind, denn ich würde es gerne verstehen lernen!
mal eher kurz und bündig: Zwängen liegen ganz starke Ängste zu Grunde. Die Zwangshandlungen bringen ganz kurzfristig eine "Erleichterung" und ein Gefühl von Kontrolle - um sofort wieder von neuen Gedanken oder Handlungen abgelöst zu werden. Es entwickelt sich ein schrecklicher Kreislauf der von den Betroffenen als extrem belastend, einengend und "alles beherrschend" wahrgenommen wird - etwas wovon sie es nicht selbst steuern können, wieder wegzukommen - oder nur ganz schwer bzw. erst nach längerer Therapie oder Übung bestimmter Strategien...


Ich denke auch, dass manche Zwänge oft nur als "Tick" klassifiziert werden und daher vielleicht falsch behandelt werden können!
Tick wäre eher die abgeschwächte Form von Zwang. Leider sind Zwänge sehr schwer therapierbar, sowohl therapeutisch, als auch medikamentös.

Es ist sicher nicht so einfach, die Tiefen des menschlichen Geistes zu ergründen.
Niemals....die sind wie die Wege des Herren....irgendwie unergründlich ;)

Vielleicht ist es ein Zwang von mir, anderen Menschen helfen zu wollen.
Mit Sicherheit ist DAS keiner, denn Zwänge werden nicht als positiv erlebt und, wie es mir so den Anschein macht, ist dies für dich sehr wohl positiv behaftet :--)

LG
Blacky
*~*~* AKZEPTIEREN was war - WAHRNEHMEN was ist - ANNEHMEN was kommt *~*~*
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Tipps gegen Zwangsgedanken? 2 Jahre 7 Monate her #3905

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Ismaalpa schrieb:
Laut Aussage meines Sohnes,der an Zwangsgedanken erkrankt ist,ist es die Hölle, vor allen Dingen,wenn man noch hochbegabt ist und dann versucht über Intelligenz dies zu steuern.
Ich denke auch, dass es die Hölle bedeutet, wenn man seine eigenen Gedanken nicht steuern kann!
Ich habe auch schon mit Menschen gesprochen, die durch schwarzmagische Praktiken ihre eigenen Gedanken nicht mehr steuern konnten. Früher hätte die Kirche wohl von "Besessenheit" gesprochen.
Tatsache ist, dass diese Menschen immer wieder sagten, dass sie "von fremden Gedanken gesteuert" werden. Sie können nichts dagegen machen, aber sie müssen immer wieder an Sachen denken, die sie gar nicht wollen! Teilweise waren das sogar Gedanken an Selbstmord, der ihnen durch diese Gedanken fast schon aufgetragen worden ist!

Wie ich von unserer Psychotante gelesen habe, ist es sehr schwer, Zwangsgedanken zu behandeln. Das kann ich mir auch sehr gut vorstellen! Manche, mit denen ich gesprochen habe, sagten es so wie die Kinder von Ismaalpa, dass sie sich gegen die immer wieder kommenden Gedanken nicht wehren können.

Ich frage mich, ob es möglich ist, Solche "unwillkommenen Gedanken" durch schöne Gedanken und Gefühle zu ersetzen oder zumindest zu "überdecken"! Ich sag da vielleicht etwas Unkonventionelles, aber ich versuche eben, mich auch bei diesem Problem "hineinzufühlen"...
Beispiel: Wenn ich einen Arm gebrochen habe, bekomme ich einen Gips. Wenn ich mich verbrannt habe, nehme ich eine Salbe.
Wenn ich aber immer wieder die gleichen Gedanken habe, heißt das doch, dass sich meine Seele mit etwas beschäftigt, das nicht verarbeitet worden ist. Dann habe ich doch an sich die Möglichkeit, die schlechten Erinnerungen zu verarbeiten (Therapie, Medikamente,...). Oder zumindest so zu bearbeiten, dass sie nicht mehr lebens-beherrschend sind.
Doch ich verstehe auch schon, dass Gedanken, die immer wieder kommen, nur sehr schwer zu "verscheuchen" sind...

Psychotante schrieb: "Zwängen liegen ganz starke Ängste zu Grunde."
Das heißt für mich, dass Zwangsgedanken und auch -handlungen durch starke Ängste hervorgerufen werden.
Wenn nun nicht unbedingt eine physische Erkrankung dafür verantwortlich ist (Z.B. Hormone), dann können also diverse Ängste Zwänge hervorrufen, die wiederum Zwangsgedanken, das macht wieder Angst...

Also müsste man bei Zwangsgedanken und -handlungen zuerst die Ängste behandeln, um dann auch die Zwänge in Angriff nehmen zu können.

Liege ich da mit meinen Überlegungen richtig?

LG
Blacky

:-)EvB ;)
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Tipps gegen Zwangsgedanken? 2 Jahre 7 Monate her #3911

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War war zuerst die Angst oder der Zwang?

"Der Zwang mit dem Zwang und die Angst vor der Angst"


Angst und Depressionen hängen sehr eng zusammen. Die mit der Depression verlorene Selbst- sicherheit und entstandene Unsicherheit führt auch häufig zu Ängsten. Und wer für Depres- sionen anfällig ist, der ist wohl auch instabil, was die Ängste angeht.

Andersherum ist es auch verständlich, dass jemand, der ängstlich ist, hilflos, hoffnungslos und der Angst ausgeliefert, dass jemand, der kein normales Leben mehr führen kann, über kurz oder lang depressiv wird.

Depressionen und Angst sind so stark verwoben, dass man häufig nicht mal sagen kann, was denn nun zuerst da war, und welches der beiden Dinge die Ursache für das andere ist.


Aus sozialen Ängsten, fehlenden Umgangsformen im sozialen Bereich oder starkem Rückzug in die Isolierung kann Flucht in Zwänge folgen. Ebenso liegt in Überforderung und in Problemen mit Übernahme von Verantwortung eine Ursache für Zwänge. Menschen mit Zwängen können auch sehr früh gelernt haben, die Schuld immer bei sich selbst zu suchen.


Die Bedeutung von Zwängen liegt häufig darin, Ängste zu reduzieren oder schlimme mögliche Ereignisse nicht auftreten zu lassen. So kann exzessives Waschen die Angst unterbinden, dass Infektionen in den Körper eindringen. Auch hier liegt also eine Verbindung zu Ängsten vor.

Unabhängig von den ursächlichen Bedingungen können sich Kontrollbedürfnisse mit der Zeit verselbständigen und zu einem eigenen Problem werden.


Also hängen Ängste,wie Zwänge und Depression oft nah aneinander,und lassen sich schwer trennen.

Ängste und Zwänge müßten zusammen behandelt werden.
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Tipps gegen Zwangsgedanken? 2 Jahre 7 Monate her #3919

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Lieber Blacky,
Blacky77 schrieb:

Manche, mit denen ich gesprochen habe, sagten es so wie die Kinder von Ismaalpa, dass sie sich gegen die immer wieder kommenden Gedanken nicht wehren können.
So ist es auch - genau darum wird es ja als so schlimm empfunden, weil man quasi "ausgeliefert" ist.

Ich frage mich, ob es möglich ist, Solche "unwillkommenen Gedanken" durch schöne Gedanken und Gefühle zu ersetzen oder zumindest zu "überdecken"!
Im Normalfall geht das nicht. Ich kenne einige die es mit der Zeit geschafft haben, aber nicht jedem gelingt das und wenn, dann geht es auch nur hin und wieder.

Wenn ich aber immer wieder die gleichen Gedanken habe, heißt das doch, dass sich meine Seele mit etwas beschäftigt, das nicht verarbeitet worden ist. Dann habe ich doch an sich die Möglichkeit, die schlechten Erinnerungen zu verarbeiten (Therapie, Medikamente,...). Oder zumindest so zu bearbeiten, dass sie nicht mehr lebens-beherrschend sind.
Ja...wenn es denn so einfach wäre :)
Ist es aber nicht, weil die Erinnerungen eben keine Erinnerungen sind und nicht erinnert werden können in den meisten Fällen.
Bzw. ist ein großer Teil davon meistens dem Bewusstsein nicht zugänglich.
Medikamente braucht es bei Zwängen unbedingt, denn so gut wie immer liegen im Gehirn schon ziemlich "verschobene" Verhältnisse vor.


Psychotante schrieb: "Zwängen liegen ganz starke Ängste zu Grunde."
Das heißt für mich, dass Zwangsgedanken und auch -handlungen durch starke Ängste hervorgerufen werden.
Ja, aber hier ist der Punkt, dass diese Ängste unbewusst laufen. Also es ist nicht so, dass durch zB eine Angst vor Menschen (die ja als diese wahrgenommen wird) dann Zwänge entstehen. Denn dann ist das Symptom ja bereits als wahrgenommene Angst da. Dann braucht es auch kein weiteres Symptom mehr.
Ist bzw. wäre die Angst aber SO stark, dass sie unaushaltbar für den Organismus wäre, würde sie als Angst auftauchen, entsteht als Symptom ein Zwang. Natürlich, bzw. oft tauchen aber auch mehrere Symptome gemeinsam auf - weil eben auch oft eines durch das andere entsteht und man bald nicht mehr weiss, was eigentlich das Ursprungssymptom war....

Ist das verständlich?? Ich tu mir grad bissl schwer das gscheit rüberzubringen....

Im Grunde sind alle gefühlten Grauslichkeiten, die von der Psyche ausgehen, immer "nur" Symptome.
Ob sie als Ängste, Depressionen oder Zwänge oder sonst was auftauchen, ist eigentlich egal.
Und der Punkt ist auch, dass sie KEINE unterschiedlichen Behandlungen brauchen.
Ich persönlich bin ja ein Gegner der symptomorientierten Therapiemethoden.
Bei meiner Methode zB geht es um Persönlichkeitsentwicklung - sprich: wenn sich die Persönlichkeit positiv entwickeln kann, dann verschwinden auch die Symptome im besten Falle.

Also müsste man bei Zwangsgedanken und -handlungen zuerst die Ängste behandeln, um dann auch die Zwänge in Angriff nehmen zu können.
Wie gesagt, bei meiner Therapiemethode nicht, weil da immer der Mensch und seine Entwicklung im Mittelpunkt stehen.
Kein Symptom, weil nicht am Symptom gearbeitet wird - aus diesem Grund gibt es auch nicht eine Behandlung für Angst und eine andere für Depression oder Zwang....


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